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Was Leipziger Forscher über die unbekannten Flutgefahren der Ahr enthüllt haben

Dann ging alles ganz schnell: Erst kam der Starkregen und dann die Flut. Die Wassermassen durchströmten das enge Ahrtal. Die Bilanz der Flut vom Juli…

Fakten

  • Die Ahr erlebte mehr als 30 Milliarden Euro direkten Schaden und 135 Opfer bei der Flut im Juli 2021.
  • Leipziger Wissenschaftler haben festgestellt, dass Extreme Fluten an der Ahr nicht die Ausnahme sind, sondern die Regel in geologisch langen Zeiträumen.
  • Die Studie veröffentlichte sie jetzt in der Fachzeitschrift "Earth Surface Processes and Landforms".
  • Die Flusssedimente dokumentieren das Sommerhochwasser von 2021 sowie mindestens drei weitere Hochwasserereignisse in den vergangenen 1.500 Jahren.
  • Die Sedimentologischen Eigenschaften hatten diese eine vergleichbare Stärke wie 2021, berichtet Prof. Christoph Zielhofer.
  • Die Flussaue der Ahr ist von hochenergetischen Flutablagerungen geprägt, also von extremen Fluten.
  • Hochwasser zählt zu den gravierendsten Umweltgefahren in Mitteleuropa.
  • In Deutschland verursachen solche Fluten mehr als die Hälfte der durch Umweltgefahren ausgelösten Schäden.
  • Die Ahr hat in der Vergangenheit immer mal Hochwasser hatte, das war bekannt.
  • Kirchenbücher und Stadtaufzeichnungen berichten darüber.
  • Die Forschungsteam aus Leipzig und dem Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa hat die Sedimente mit mehreren Bohrungen überprüft.
  • Mit kurzen Bohrkernen von etwa sechs Zentimetern Durchmesser haben die Wissenschaftler Sedimente an die Oberfläche gebracht.
  • Die Sedimente wurden dann auf ihr Alter hin untersucht, mit einer Lumineszenz-Datierung.
  • Quarz und Feldspat geben ein Lumineszenzsignal ab, welches auf Ladungsdefekte im Kristallgitter durch natürlich vorkommende ionisierte Strahlung zurückzuführen ist.
  • Die Regionen mit sehr steilen Hängen und tiefen Tälern sind vor allem bei der Risikoeinschätzung problematisch.
  • In diese Kategorie würde ich auch die Ahr stecken.
  • Es gibt teils nur wenige instrumentelle Pegel-Informationen in diesen Gebieten, weil diese Pegel teilweise erst relativ spät installiert wurden.
  • Die Forscher wollen auch hier in die alten Sedimente schauen, um eine bessere Bewertung des wirklichen Gefahrenpotenzials zu erhalten.
  • Der Blick in die Vergangenheit soll der Vorsorge dienen, sagt Prof. Christoph Zielhofer.
  • Eine neue Risikobewertung müsse her, sagt Prof. Christoph Zielhofer.
  • Die Forschung fand im Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa statt.
  • Die Studie wurde in der Universität Leipzig durchgeführt.
  • Die Ahr liegt in Deutschland, speziell im Bundesland Rheinland-Pfalz.
  • Die Forschung fand auch in Mannheim statt.